Deutschland hat in den letzten Jahrhunderten Geschichte gemacht, vielleicht mehr als jedes andere Land Europas.
Und zugleich hat die Geschichte tiefe Spuren hinterlassen: in Xanten am Limes, in der Kaiserstadt Goslar, in der Wartburg bei Eisenach, auf dem Hambacher Schloss, in der Leipziger Nikolaikirche. Eine der bedeutendsten Geschichtsspuren, die Teilung des Landes durch Nationalsozialismus, Krieg und Sozialismus, wurde erst vor zehn Jahren beseitigt. Nun sind viele Landschaften, die lange hinter dem Eisernen Vorhang verschlossen waren, zugänglich und machen den traditionellen Feriengebieten, den Küsten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens, den Wäldern und Bergen der bayerischen Alpen und dem Schwarzwald und der Bodenseeregion, erfolgreich Konkurrenz. Millionen zieht es nun an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns mit den Inseln Rügen und Usedom, viele erkunden die dünn besiedelte Mecklenburgische Seenplatte oder die Sächsische Schweiz mit ihren bizarren Felsnadeln. Deutschland ist größer und vielfältiger geworden, aber auch schwieriger: Das Zusammenwachsen der beiden fast ein halbes Jahrhundert getrennten Teile wird das Land noch Jahre beschäftigen.
Fläche
357.022 qkm.
Bevölkerungszahl
82.515.990 (2006).
Bevölkerungsdichte
231 pro qkm.
Hauptstadt
Berlin. Einwohner: 3.378.280 (2006).
Geographie
Deutschland grenzt im Norden an Dänemark, im Westen an die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich, im Süden an die Schweiz und Österreich. Die östlichen Nachbarn der Bundesrepublik sind die Tschechische Republik und Polen. Im Nordwesten bildet die Nordsee eine natürliche Grenze. Die deutsche Ostseeküste erstreckt sich von der dänischen Grenze bis nach Polen. Von Süden nach Norden kann man drei Landschaftsräume unterscheiden – die Alpen mit dem Alpenvorland, die waldreiche Mittelgebirgszone und die Norddeutsche Tiefebene. Das Rheinland, der Schwarzwald und Bayern sind die traditionellen Urlaubsgebiete im Westen Deutschlands. Im Osten Deutschlands, besonders in der Mark Brandenburg und in Mecklenburg, gibt es unzählige Seen. Die Tiefebenen gehen in das Hügel- und Bergland der Lausitz und Sachsens über. Das Elbsandsteingebirge südlich von Dresden beeindruckt mit seinen bizarren Felsformationen. Das Erzgebirge ist ein beliebtes Wintersport- und Erholungsgebiet. Im Herzen Deutschlands liegen Thüringen und der Harz, waldreiche Mittelgebirge, in denen man herrlich wandern kann. Zum deutschen Teil der Alpen gehören die Allgäuer Alpen, die Bayerischen Alpen (mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, 2964 m) und die Berchtesgadener Alpen. Charakteristisch für diese Region sind Hochgebirgsformen mit Graten und steil abfallenden Wänden. Das Alpenvorland ist eine weite, hügelige Hochebene, die sich nach Norden und Nordosten zur Donauebene hin erstreckt. Moore, Hügelketten und Seen bestimmen das Landschaftsbild. Elbe, Oder, Weser, Rhein, Mosel, Donau, Isar, Main und Neckar sind die wichtigsten Flüsse Deutschlands. Der größte natürliche See ist der zwischen der Bundesrepublik, der Schweiz und Österreich gelegene Bodensee.
Staatsform
Demokratisch-parlamentarischer Bundesstaat, seit 1949. Grundgesetz von 1949, zuletzt geändert 1998. Das Parlament, der Bundestag, hat 603 Abgeordnete. Legislaturperiode: 4 Jahre. Die Zustimmung des Bundesrates, der die einzelnen Länder vertritt, ist für bestimmte Gesetze erforderlich. Er besteht aus 69 Mitgliedern, die von den einzelnen Ländern bestimmt und abberufen werden. Die exekutive Gewalt unterliegt der Bundesregierung, der der Bundeskanzler vorsteht. Jedes Bundesland hat seine eigene Verfassung, Legislative (Landtag) und Regierung und kann somit Gesetze verabschieden, sofern sie nicht unter die Zuständigkeit des Bundes fallen. Staatsoberhaupt: Bundespräsident Horst Köhler, seit Juli 2004. Regierungschefin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), seit 2005. Deutschland ist EU-Mitglied.
Sprache
Amtssprache ist Deutsch. Die zahlreichen regionalen Dialekte weichen teilweise stark vom Hochdeutschen ab. Ein Großteil der Bevölkerung spricht die Fremdsprache Englisch. Im Norden von Schleswig-Holstein gibt es eine dänische Minderheit, und Dänisch ist z. T. Schulsprache. In Brandenburg und Sachsen lebt eine sorbische Minderheit, und an rund 50 Schulen ist Sorbisch, eine slawische Sprache, Unterrichtssprache.
Religion
34% evangelisch, 34% römisch-katholisch; jüdische, muslimische sowie andere christliche und nicht-christliche Minderheiten.
Ortszeit
MEZ. Letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: MEZ + 1 (Sommerzeit). Differenz zu Mitteleuropa beträgt im Winter und im Sommer jeweils 0 Std.
Netzspannung
230 V, 50 Hz.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon
Internationale Direktdurchwahl.
Landesvorwahl
49. Orts- und Ferngespräche sind von Telefonzellen mit Münz- oder Kartentelefon möglich.
Mobiltelefon
GSM 900 und GSM 1800. Die wichtigsten Mobilfunkgesellschaften umfassen T-Mobile (Internet: www.t-mobile.de), E-Plus (Internet: www.eplus.de), O2 (Internet: www.o2.com/de) und Vodafone D2 (Internet: www.vodafone.de). Roaming-Abkommen mit internationalen Mobilfunkgesellschaften bestehen.
Anmerkung
Die Benutzung eines handgehaltenen Mobil- oder Autotelefons ist während der Autofahrt verboten, die Benutzung von Freisprecheinrichtungen ist erlaubt.
Faxgeräte
Stehen landesweit zur Verfügung.
Internet/E-Mail
Internetcafés sind weit verbreitet. In allen Großstädten gibt es Internetzentren. Internetanbieter sind u.a. T-Online (Internet: www.t-online.de), AOL (Internet: www.aol.de), CompuServe (Internet: www.compuserve.de), GMX (Internet: www.gmx.de) und Freenet (Internet: www.freenet.de).
Telegramme
Telekom-Service in ganz Deutschland. Von allen Postämtern können Telegramme weltweit aufgegeben werden.
Post
Briefmarken bekommt man in Postämtern, aus Automaten und in Hotels. In Ferienregionen sind sie oft auch in Souvenirgeschäften und an Kiosken erhältlich. Postlagernde Sendungen sollten folgendermaßen beschriftet werden: Name des Empfängers, Postlagernd, Hauptpostamt, Postleitzahl und Name der Stadt. Postämter öffnen Mo-Fr 08.00-18.00 Uhr und Sa 08.00-12.00 Uhr. Kleinere Postämter sind oft über Mittag geschlossen.