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Bayreuth ist die größte Stadt im Regierungsbezirk
Oberfranken in Bayern (Deutschland). Sie liegt am Roten Main zwischen
dem Fichtelgebirge und der Fränkischen Schweiz. Bayreuth ist Sitz der
Regierung von Oberfranken, des Bezirks Oberfranken und des
Landratsamtes Bayreuth. Weltberühmt ist Bayreuth durch die jährlich
stattfindenden Richard-Wagner-Festspiele, die im Festspielhaus auf dem
Grünen Hügel stattfinden.
Bayreuth wurde 1194 als Baierrute in einer Urkunde des Bischofs Otto
II. von Bamberg erstmals erwähnt. Bereits früher urkundlich erwähnt
wurden die eingemeindeten Ortschaften Seulbitz (1035 als salisches
Königsgut Silewize in einer Urkunde Kaiser Konrads II.) und St.
Johannis (1149 als Altentrebgast). Während Bayreuth vorher als
villa=Dorf bezeichnet wurde, erschien im Jahre 1231 in einer Urkunde
zum ersten Mal der Begriff civitas=Stadt. Stadtherren waren bis 1248
die Grafen von Andechs. Nach deren Aussterben übernahmen 1260 die
Burggrafen von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern das Erbe.
Zunächst war jedoch die Plassenburg in Kulmbach Residenz und Zentrum
des Landes. Die Stadt entwickelte sich daher nur langsam und war immer
wieder von Katastrophen betroffen. 1430 zerstörten die Hussiten
Bayreuth, 1620 wütete die Pest. Im Jahr 1605 vernichtete ein großer
Stadtbrand 137 von 251 Häusern, 1621 folgte ein weiterer großer
Stadtbrand. Auch im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt schwer zu
leiden. Ein Wendepunkt in der Stadtgeschichte war die Verlegung der Residenz
von Kulmbach nach Bayreuth im Jahre 1603 durch Markgraf Christian, dem
Sohn des Kurfürsten von Brandenburg. Das 1440-1457 unter dem Markgrafen
Johann dem „Alchymisten" erbaute erste Hohenzollernschloss, der
Vorläufer des heutigen „Alten Schlosses" wurde vielfach aus- und
umgebaut. Nach dem Tod Christians folgte ihm 1655 sein Enkel Christian
Ernst, der das Gymnasium Christian-Ernestinum stiftete und an der
Befreiung des von Türken belagerten Wiens beteiligt war. In dieser Zeit
wurde der äußere Ring der Stadtmauer errichtet und die Schlosskirche
erbaut. Sein Nachfolger, der Erbprinz und spätere Markgraf Georg
Wilhelm begann 1701 mit der Anlage der Stadt St. Georgen am See
(heutiger Stadtteil St. Georgen) mit mehreren Schlössern und einem
Altenheim, dem Gravenreuther Stift. 1705 stiftete er den Orden der
Aufrichtigkeit (ordre de la sincérité), der 1734 in Roter-Adler-Orden
umbenannt wurde und ließ die Ordenskirche erbauen, die 1711 vollendet
wurde. Auch das erste Schloss im Park der Eremitage wurde in dieser
Zeit errichtet (1715-1719). 1716 wurde in St. Georgen eine fürstliche
Fayencemanufaktur eingerichtet. Als Nachfolger des 1440 in der Mitte
des Marktplatzes erbauten Rathauses erwarb der Stadtrat 1721 das Palais
der Baronin Sponheim (das heutige „Alte Rathaus"). null
Einen Höhepunkt der Stadtgeschichte erlebte Bayreuth in der
Regierungszeit (1735-1763) des Markgrafenpaares Friedrich und
Wilhelmine, der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. In dieser
Zeit entstanden zahlreiche repräsentative Bauten und Anlagen: das
Markgräfliche Opernhaus als reich ausgestattetes Barocktheater
(1744-1748), die Umgestaltung und Erweiterung der Eremitage mit Bau des
Neuen Eremitage-Schlosses mit Sonnentempel (1749-1753), Bau des Neuen
(Stadt)-Schlosses mit Hofgarten (1754 ff.), nachdem das Alte Schloss
ausgebrannt war, Gründung der Friedrichs-Akademie (1742), die 1743 zur
Universität erhoben, aber wegen der ablehnenden Haltung der Bevölkerung
nach schweren Ausschreitungen noch im gleichen Jahr nach Erlangen
verlegt wurde. 1763 bestand eine Akademie der freien Künste und
Wissenschaften.
Die Herrschaft der Hohenzollern über das Fürstentum Kulmbach-Bayreuth
dauerte bis zum Jahre 1806. Nach dem Verzicht des letzten Markgrafen
Alexander auf die Fürstentümer Ansbach und Bayreuth übernahm Karl
August Freiherr von Hardenberg die Herrschaft für Preußen. Während der
französischen Besetzung von 1806 bis 1810 war Bayreuth als Provinz Teil
des französischen Kaiserreiches, musste hohe Kriegskontributionen
zahlen und stand unter der Verwaltung des Comte Camille de Tournon, der
eine ausführliche Bestandsaufnahme des damaligen Fürstentums Bayreuth
verfasste. Am 30. Juni 1810 übergab die französische Armee das
ehemalige Fürstentum an das Königreich Bayern, das es für 15 Millionen
Francs von Napoleon gekauft hatte. Bayreuth wurde Kreishauptstadt des
bayerischen Mainkreises. 1853 wurde die auf Kosten der Stadt Bayreuth
errichtete Bahnline Bayreuth-Neuenmarkt eingeweiht, ihr folgten 1863
die Bahnlinie nach Weiden, 1879 die nach Schnabelwaid, 1896 die
Lokalbahn nach Warmensteinach und 1904 die Lokalbahn nach Hollfeld.
Am 17. April 1870 besuchte Richard Wagner Bayreuth, weil er von dem
Markgräflichen Opernhaus gelesen hatte, dessen große Bühne schien ihm
für seine Opern passend schien. Allerdings konnte der Orchestergraben
die große Anzahl der Musiker beispielsweise beim „Ring des Nibelungen"
nicht fassen. Deshalb trug er sich mit dem Gedanken, in Bayreuth ein
eigenes Festspielhaus zu errichten. Die Stadt unterstützte ihn in
seinem Vorhaben und stellte ihm ein Grundstück zur Verfügung, eine
unbebaute Fläche zwischen Bahnhof und Hoher Warte, der spätere „Grüne
Hügel". Gleichzeitig erwarb Wagner ein Grundstück am Hofgarten zum Bau
seines Wohnhauses, dem „Haus Wahnfried". Am 22. Mai 1872 wurde der
Grundstein für das Festspielhaus gelegt, das am 14. August 1876
feierlich eröffnet wurde.
Im Jahre 1932 wurden die Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken
zusammengelegt und als Sitz der Regierung Ansbach festgelegt. 1933
wurde Bayreuth Gauhauptstadt des NS-Gaues „Bayerische Ostmark"; erster
Gauleiter war Hans Schemm, zugleich Reichswalter des NS-Lehrerbundes.
1937 erfolgte der Anschluss an die neue „Reichsautobahn".
Am 5., 8. und 11. April 1945 wurden bei schweren Luftangriffen viele
öffentliche Gebäude und Industrieanlagen sowie 4500 Wohnungen zerstört,
741 Menschen fanden den Tod. Am 14. April besetzte die US-Army die
Stadt. 1949 wurde Bayreuth wieder Sitz der Regierung von Oberfranken.
1951 fanden die ersten Richard-Wagner-Festspiele nach dem Krieg unter
Leitung von Wieland und Wolfgang Wagner statt. 1971 beschloss der
Bayerische Landtag die Errichtung der Universität Bayreuth, die am 3.
November 1975 ihren Vorlesungs- und Forschungsbetrieb aufnahm.
Mittlerweile studieren ca. 9000 Studenten an der Universität.
Schwerpunkte der Universität sind die Rechts- und
Wirtschaftswissenschaften. Hierbei tut sich die Universität vor allem
durch interdisziplinäre Studiengänge sowie innovative
Zusatzausbildungen hervor. Beispiele hierfür sind etwa die
wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung für Juristen sowie
erfolgreiche Studiengänge wie Gesundheitsökonomie, Sportökonomie sowie
der Bachelor-Studiengang Philosophy & Economics. In Rankings belegt
die Universität in den Bereichen Jura und BWL, aber etwa auch in Physik
vordere bis Spitzenplätze.
Hier eine zufällige Auswahl weiterer Ziele:
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